weltenhaus-radtour

19.05.2005 (Vorabend)

Dirk:

Die Tour fängt schon gut an, bis Griesheim reicht meine eingebaute Landkarte, danach hört die Welt auf. Eigentlich will ich mich mit Conny und ihrem Vater an der Nidda treffen, aber eine Reihe von Umleitungen und Straßensperrugen wirft mich aus der Bahn. Anruf bei Conny: "Mama, ich hab mich verlaufen". Dann zurück nach Griesheim, wir treffen uns bei Martina, die aber erst später kommt, ein guter Grund, sich eine Eisdiele zu suchen und sich anschließend in die Sonne an den Main zu setzen. Um fünf ist Martina da und wir werden unser Gepäck los, erste Knuddelattacken...

Kurz vor sechs fahr ich zum Hbf, Maria kommt mit vollgepacktem Rad mit dem Zug an, natürlich mit Verspätung. Wir fahren durch den - eher lockeren - Feierabendverkehr von FFM und ich merke, daß ich als berlinerprobter Radler Dinge nur noch ignoriere, die Maria doch noch beunruhigen. Aber wir kommen heil bei Martina und Martin an. Martin kocht Blumenkohl-Kokos-Suppe a la Sille und die anderen sitzen am Küchentisch und blödeln, über Badekappen, orientierungs- lose Radfahrer und mehr.

Conny:

Nun wird mir das Buch in die Hand gedrückt und ich soll etwas Geistreiches schreiben. Ok, am Nachmittag das erste Treffen, der erste Kontakt mit Dirk, was ein gemütliches Eisessen zur Folge hatte mit anschließendem Sonnenbaden am Main.
Nach den letzten Tage der Kälte und des Regens läßt der heutige Tag richtig Hoffnungen entstehen, dass die Radtour schön wird. ich bin gespannt...

Maria:

Mein Tag begann heut schon sehr früh. Anstatt auszuschlafen, mußte der Kaktus geschubst, die Taschen gepackt und der Lidl angefahren werden zur großen Schlacht um Zugtickets. Welches Glück - 40 Leute in der Schlange und ganz vorn der Trompeter unseres Bläserkreises - Jochen. 35 Leute ganz geschickt überholt.

Tickets ergattert - raus aus dem Laden, nach einem Kurztelefonat wieder rein, noch mal Tickets - draußen noch kurz ein Anruf - wieder rein - nach einem BitteBitte die nächsten Tickets. Wer Sagte, man dürfe nur 5? Aber dann gehts endlich los, mit vollgepacktem Rad ab zum Bahnhof. Hamm - Hagen - FFM. Wer hatte die Idee, die alten Gepäckwagen abzuschaffen? Allein ein Rad mit all den Packtaschen in den IC zu heben, dafür braucht man Sport-Abi - hab ich aber nicht. Dafür bin ich Frau und kenne als solche die Maultheorie: "Maul aufmachen und fragen". Der gute, nette Helfer der Bahnhofsmission soll hier natürlich Erwähnung finden.

Nach einer schönen Fahrt am Ruhr, Rhein und Main eintlang holt mich dann Dirk am Bahnhof ab. War eine lustige Fahrt durch die Stadt - wieder mal muß ich zugeben, daß ich doch eine Dorf- oder Landpomeranze bin. Hurra, ich habs überlebt.

Jetzt bin ich gespannt, wie´s weitergeht, wen ich noch kennenlernen werde, wie sich Silles Suppe auf dem Rad verdauen läßt (Sille, die Suppe - von Martin gekocht - war super!). Ein wenig bange bin ich ja doch angesichts der Strecke, die vor uns liegt. Meine letzte große Tour liegt schon mehr als 20 Jahre zurück. Mein Hintern ist ja gut gepolstert, aber Lederhaut ist noch nicht dran. Aber egal, ich freu mich auf die Tage, die vor uns liegen.

Martin:

So, die Gäste sind alle da. Sogar einen Stargast haben wir noch kurzfristig auftreiben können: Ingo Leschnewsky. Keiner hätte gedacht, dass er spontan vorbeikommen würde. Kurz vor 10 habe ich angerufen, 22.45 Uhr war er da. Ach ja, Conny saß schon mal mit dem Hintern im Camembert. Die genaueren Umstände wird sie uns hoffentlich noch veraten...

Martina:

Ingo ist hier. Es ist wirklich wahr. Normalerweise müsste man sich sechs Monate vorher anmelden, aber Ingo meinte ganz locker-flockig, als Martin ihn anrief: "Ich bin in einer halben Stunde da". Und nun isser hier. Wer hätte das gedacht?

Conny:

Aussage von Dirk: "Ich bin ein Chauvischwein."

Ingo:

Wer das gedacht hätte? Also ich nicht. Und nun soll ich auch noch was schreiben, nachdem man mich geknipst hat. Das um diese Tageszeit (Mitternacht)! Ich glaube, Dirk würde am liebsten jetzt schon losfahren, damit es nicht so spät wird. Aber offensichtlich ist der größte Teil der Gruppe noch nicht reisefertig. Vielleicht schaffen sie es ja bis morgen früh noch, sich über den Weg zu einigen. Auch in diesem Punkt scheint mir das Team "Moebius" (Dirk spricht von sich und seinem Fahrrad in der ersten Person Plural) ziemlich dominant zu sein. Wenn ich morgen nicht arbeiten müßte, würde ich sie ja noch ein paar Kilometer auf der Vespa begleiten und anfeuern...

20.05.2005 (Frankfurt-Worms)

Conny:

Die ersten (=Hans) liegen flach, obwohl wir erst 47 km hinter uns haben. Mittagessen ist verpaßt, das Chaos noch nicht beseitigt. Mal abgesehen von etwas Gegenwind zwischendurch und ein paar trüben Wolken sind doch alle bis auf Martin in lange Hosen geschlüpft.

Dirk: ich geh mal aufs Klo.
Maria: Nimmst Du die Flasche mit und füllst sie nach?

21.05.2005 (Worms-Speyer)

Conny:

die 90 km beendet, ebenso das schöne Wetter: heute Nacht fing es an zu regnen, was sich im Zelt ja ganz nett anhörte, beim morgendlichen Aufräumen jedoch einfach blöde war. Zur Zeit (10.56) regnet es mal nicht, der Himmel sieht jedoch nicht danach aus, als wäre es das für heute schon gewesen. Wir stehen übrigens immer noch in Worms, dank der Verspätung unserer Weichbettschläfer *hüstel* und der Kirchenfans, die von ihr verschlungen wurden und noch nicht wieder auftauchten.

Dirk:

Gestern anch einer langen Odyssee, wir suchten einen von _smurf_ empfohlenenn Platz, genannt "Bürgerwiese" und den Wormser Einwohnern zur Gänze unbekannt, Conny vertelefonierte mit smurf wohl mehr Geld, als diese Wiese an Zeltplatzgebühren gespart hätte, nahmen wir doch dne Zeltplatz am anderen Rheinufer...
Martin mußte allerdings zum Schlafen über Conny drübersteigen - oder durfte - das ist wohl ne Frage der Perspektive.
Momentan Halt in Ludwigshafen, einer Stadtimitatin mit eher unhöflichen und autofixierten Einwohnenrn - nix wie weg hier.

22.05.2005 (Speyer-Karlsruhe)

Dirk:

abends bei Meike - alles redet durcheinander... langer Spaziergang mit Maria zu einem hübschen kleinen Schloß, einem Schlachthof und jeder Menge halbwegs heruntergekommener Häuser...
Heute war eigentlich eine schöne Tour, aunahmsweise mal mit Geschwindigkeiten über 20 km/h, aber am Schluß stand eine grandiose Fehlkalkulation. Die km der Route waren nicht bis KA, sondern nur bis zur Rheinbrücke angegeben, dann, bei teiweise schon blankliegenden nerven, fing es auch noch an zu regnen.

P.S.: Speyer läßt sich ja ohne größere Verluste ignorieren, aber der Dom hat was - klare, einfache Romanik ohne allzuviele Einbrüche aus anderen Kulturepochen - im Gegensatz zu Worms, wo ein dick vergoldeter Barockaltar das Bild trübte.
Schön war es, den Dom beim Ankommen zu sehen - lange vor der Stadt stand er über den Feldern - eine Symbolik und suggestive Macht, der ich mich nur schwer entziehen kann...

23.05.2005 (Karlsruhe-Strasbourg)

Maria (0:33 Uhr):
Hurra, ich lebe noch!
Ach ja, ein Notfall ist, wenn keine Milch da ist und ich dann Kaffee kochen will.

24.05.2005 (Strasbourg-Breisach)

Dirk:

90 - 60 - 70 - 115 km, die Realität spielt der Planung jeden Tag einen neuen Streich - gester den bisher anstrengendsten. Mal gucken, welche Töne zu hören sind, wenn wir wieder auf die Räder steigen *eg* Aber die Dekadenz einer Hotelübernachtung hat schon was für sich, trocken, weiche Betten, heiße Dusche...

Conny war aufdringlich und hat Pit dabei den Ständer abgebrochen.
Zitat Hans: Typisch Franzmann - Gegenwind!

Strasbourg haben wir nun zwar überhaupt nicht gesehen, aber das ist ja auch nur ein Grund, nochmal hierherzukommen.

Maria:

Was geschah im Zimmer von Dirk, Pit und Conny? Beim Öffnen des Reißverschlusses wurde ein Schwanz eingeklemmt?

@valaki:
Wo sind die Karten, die Du mir in Berlin zeigtest und anhand derer wir die Gesamtkilometer der eigzelnen Tagesetappen errechneten? Statt geplanter 80 am ersen Tag -> 90
statt 50 am zweiten -> 60
statt 50 am dritten -> 73
statt 70 am vierten -> 115

@stefan: ich träume von einer wohltuenden Ganzkörpermassage...

Ach ja, eigentlich bin ich tot

25.05.2005 (Breisach-Dornach)

Conny:

Vorgestern dn ganzen Tag im Regen - das Wasser aus den Schuhen schütten... Dafür war dann der Aufenthalt im Hotel schön: abends klasse Wetter, so dass man die nassen Klamotten raushängen konnte, nette Pizza zum Abendessen, ein misslungener Versuch von Pit, Dirk F. und mir, Billard spielen zu gehen, also ab ins (3-Bett)Zimmer. Gestern pralle Sonne - Conny mit schöner Gesichts- (und Arm- und bein- und überhaupt)farbe...

Dirk:

(19:45) nach 517 km und einem letzten Bergkampf sind wir endlich im Pfadiheim.

Conny:

Gestern war dann noch ein schöner Abend für Hans, Anne, Dirk und Maria beim Spargelessen im Gasthof und für Pit, Dirk und mich ein toller Verwöhnabend bei Michaela, Birgit und Meinrad. Heute schließlich die Ankunft mit passender Strapaze als krönender Abschluß für die Tour. Bis zwei Kurven vorher babe ich es geschafft. :-)

Isidor:

nach der heftigen sonnenduchfluteten Tour entlang des Rheins auf teilweise sehr schönen, teilweise gräßlichen Wegen sind wir in Basel angekommen. Den Stadtverkehr haben wir geschickt umgangen (Bahn bis Dornach) - aber dann kam noch der letzte "Stich" zum Pfadiheim auf halber Höhe des Berges. Eine auf jeden Fall interessante Tour, deren Teilnehmer zu sein mich sehr gefreut hat!

Maria:

Blauer Himmel, 30°, kein Wind, aber auch kein Schatten... die letzte Etappe war wirklich heftig. Aber nach insgesamt 520 km (von zuhaus aus) endlich im Pfadiheim angekommen. Leider schaffte ich die letzte Kurve noch so eben, um dann 250 m vor dem Haus doch vom Rad zu süringen und den Rest zu schieben. Danke an valaki, der mich immer wieder aufmunterte, ohne ihn hätte ich´s nicht hierher geschafft. Danke auch an alle anderen. Und jetzt freu ich mich auf die Tage mit den anderen ohne Rad!.