Kürbiskerne und Schokolade - Eine Reise in die Steiermark

Bericht und Fotos von Sybille Kahl

Die Sucht nach Schokolade hat manchmal weitreichende Folgen - aus der leichtsinnigen Erwähnung der Schokoladenmanufaktur Zotter durch einen österreichischen Chatter wurde einige Zeit später die Idee zu einem dtr- und #weltenhaus-Treffen in Riegersburg. Noch ein wenig später wurde das Treffen dann Realität. Und wenn man sich aus der Schweiz schon in die weite Welt hinaustraut, kann man es auch gleich richtig machen, noch einige Tage Urlaub mehr dranhängen und sich vorher Graz anschauen, dessen Name schon so schön elegant und verheissungsvoll klingt. Ein kleiner Bericht der Reise und die Fotos davon finden sich auf dieser Seite. Wer mehr an den eisenbahntechnischen Details interessiert ist, kann sich das Posting "Basel-Graz-Riegersburg retour" von Taxi durchlesen.

Das fängt ja gut an - Donnerstag, 16. September 2004

Der Urlaub fängt an wie immer - in letzter Minute wird alles und natürlich viel zu viel in den Rucksack gestopft, alle offenen Arbeiten werden an den Kollegen weitergereicht, nochmal die Pflanzen gegossen, aufgeregt durch die Wohnung getobt und der Nachtzug in Zürich dann doch noch rechtzeitig erreicht.

Danach wird es dann schwieriger. Unser Zug fährt gemütlich los, tuckert hinter Zürich in einen langen Tunnel hinein und bremst dann am Tunnelende herunter, verbunden mit dem üblichen Bremsgeruch. Als wir wieder aus dem Tunnel heraus sind, wird es allerdings nicht besser, sondern schlimmer... Ein Zugbegleiter kommt vorbei und reisst die Gangfenster auf, die Passagiere gucken besorgt, doch bevor der weitere Massnahmen notwendig sind, halten wir auch schon in Pfäffikon SZ. Draussen tummeln sich die Zugbegleiter, einer schnappt sich grad noch schnell einen Feuerlöscher und es qualmt heftig von den Bremsen unseres Wagens her, die sich anscheinend festgefressen und daher nicht wieder gelöst haben.

Ganz so schlimm, wie es zunächst aussieht, ist es dann aber doch nicht - nach etwas Abwarten sind die Bremsen genug abgekühlt und die Passagiere beruhigt, also werden die Bremsen abgestellt (die anderen Wagen haben ja auch noch welche...) und wir können weiter durch die Nacht fahren.

Schweine im Weltall - Freitag, 17. September 2004

Trotz eines extra eingepackten Hörbuchs mit einer spannenden Piratengeschichte kann auch ich ausnahmsweise in einem Nachtzug schlafen, und so kommen wir am Freitag morgen halbwegs ausgeruht in Österreich an. Frühstück gibt es noch im Zug - pappige Brötchen, nur Marmelade statt Nutella und Honig, Joghurt mit Früchten statt mit Körnern. Ganz so einfach scheint es mit der Organisation eines Nachtzuges nicht zu sein...

Graz begrüsst uns mit schönem Wetter. Wir spazieren zum Hotel Feichtinger, stellen unsere Sachen unter, da wir noch nicht ins Zimmer dürfen, und laufen erstmal in die Altstadt. Dabei geht es direkt über die neue Murinsel, die schneckenförmig und sehr modern im Fluss thront. Auf der anderen Seite der Mur erblicken wir anschliessen das andere neue moderne Objekt - das Kunsthaus, das wie ein Mittelding aus Flugobjekt, "Schweine strecken alle Füsse von sich" und Nachthimmel aussieht. Später erfahren wir, dass das Haus von den Architekten "Friendly Alien" und von den Grazern "Blaue Blase" genannt wird - ich finde ja, dass es "Schweine im Weltall" viel besser trifft :).

Foto: Murinsel Foto: Uhrturm Foto: Kunsthaus Foto: Franziskanerkirche

Wir laufen dann noch ein wenig durch die Gassen der eleganten Altstadt, werden (graztypisch) mehrfach fast von Fahrradfahrern umgefahren, entdecken schöne Höfe und bemalte Häuser, dann dürfen wir endlich ins Hotel, den fehlenden Schlaf nachholen. Am Nachmittag folgen wir dann dem Reiseführer durch die Altstadt, bevor wir eisschleckenderweise durch den Stadtpark hindurchschlendern und den Schlossberg hinaufklettern, um den berühmten Uhrturm aus der Nähe und Graz von oben anzuschauen.

Foto: Donauwalzer Foto: Taxi auf dem Schlossberg Foto: Blick auf Graz

Hinab geht es die schöne, aber steile Schlossbergstiege, die unterwegs noch einige Geheimnisse wie den Herbersteingarten preisgibt. Danach sind wir so erschöpft, dass wir uns in einem Supermarkt mit allem Notwendigen für das Abendessen eindecken und uns ins Hotel verziehen.

Wallfahrten und Schlösser - Samstag, 18. September 2004

Samstag Vormittag folgen wir wieder einem Reiseführer durch Graz, diesmal dem von Taxi mitgebrachten durch die nördlichen Teile der Altstadt - über versteckte Plätze und alte Bäckereien hoch zum Dom, dem Gottesplagenbild, der Bronzestatue St. Aegidius von Erwin Huber, und dem Mausoleum, von dort aus wieder hinunter zum Kern der Altstadt. Im Hof des Landhauses knabbern wir Kekse und lauschen der Jazzband, die dort spielt, bevor wir ein Tramticket lösen und hinaus nach Mariatrost fahren.

Dort klettern wir wieder, diesmal am Trammuseum vorbei die Angelusstiege hinauf, zur Wallfahrtskirche Mariatrost. Von dort aus hat man einen schönen Blick in die kleinen Täler rund um Graz, und kann noch Hochzeitsfotografen bei der Arbeit zusehen. Auf der Angelusstiege entdecke ich dann eine weitere Bronzeskulptur von Erwin Huber, diesmal einen Engel.

Foto: St. Aegidius Foto: Nach der Hochzeit Foto: Engelskulptur

Nachdem wir uns ein wenig verschnauft haben, steigen wir wieder in die Strassenbahn und fahren durch Graz hindurch zu anderen Endhaltestelle zum Schloss Eggenberg. Das kleine Schloss ist sehr logisch aufgebaut. Es besitzt vier Türme, die die vier Jahreszeiten repräsentieren sollen, 365 Aussenfenster, 24 Prunkzimmer und noch einige Anspielungen auf die menschliche Zeitbasis mehr. Daneben ist es wie Mariatrost ein beliebtes Ausflugsziel für Hochzeiten - auch hier können wir Fotografen bei der Arbeit beobachten :). Der Park um das Schloss herum lädt uns dann zu einem Spaziergang ein, begleitet werden wir von gar nicht schauen Pfauen und vielen quakenden Enten.

Foto: Pfau Foto: Schloss Eggenberg

Zurück in Graz nutzen wir unser Tramticket weiter aus und fahren mit dem schnellen Lift auf den Schlossberg, auf dem wir ein wenig in der Sonne sitzen und dann lange auf unser Essen warten. Dass kommt dann aber doch, und nachdem wir uns ein wenig gestärkt haben, fahren wir wieder in die Stadt zurück, holen unsere Schwimmsachen und erkunden das "Bad zu Sonne". Das Bad ist klein und um mehrere Grad zu warm, reicht aber aus, um uns ein wenig im Wasser auszutoben. Und wir werden dort in eine weitere graztypische Spezialität eingeführt: hier werden gerne und oft für Eintrittsperren Zettel mit Strichcodes verteilt, die man dann unter ein mehr oder weniger williges Lesegerät halten muss. Auf dem Rückweg erfreuen wir uns an den etwas grosszügigeren Öffnungszeiten im Bahnhof und holen uns dort Brot und Käse für das Abendessen. Abends fahren wir dann nochmals mit dem Lift auf den Schlossberg und schauen uns Graz bei Nacht an.

Foto: Nächtliche Murinsel Foto: Nächtlicher Uhrturm Foto: Schlossberglift

Ein Sonntag im Park - Sonntag, 19. September 2004

Sonntag Vormittag wählen wir die dritte Variante, um auf den Schlossberg zu gelangen, und fahren mit der Schlossbergbahn hinauf. Trotz neuer Panorama- Wagen kommt nicht recht Begeisterung bei uns auf, zu kurz und unspektakulär ist die Fahrt dafür. Wir laufen diesmal auf der östlichen Seite des Berges in Serpentinen durch den Wald hinunter, und gelangen so erneut in den Stadtpark. Dort wird gerade sonntäglich gejazzt, und zu den beschwingten Klängen finden wir eine Schaukel zum Mitschwingen :). Hinter dem Schlosspark versteckt sich der Burggraben, und hinter diesem lässt sich in den verbliebenen Teilen der Burg die berühmte Doppelwendeltreppe entdecken.

Foto: Stadtpark Foto: Stadtparkbrunnen Foto: Parkbank

Nach soviel Gemütlichkeit lockt uns die Neugier in das Kunsthaus. Erst geniessen wir von der Aussichtsplattform den Blick auf Graz, lästern über die auch innen recht eigenwillige Hausgestaltung und schauen uns dann die Ausstellung "Videodreams" an. Unser Geschmack ist das so gar nicht - es laufen auf verschiedenen Leinwänden und Bildschirmen seltsame Filme und Videoinstallationen. Ich werde dann aber doch von einem schwarzen Kasten in den Bann gezogen - in einem kleinen, durch Tücher abgehängten Raum wird der Kurzfilm "House with Pool" von Theresa Hubbard und Alexander Birchler gezeigt. Ohne Worte, nur von Geräuschen und Klavierspiel untermalt und doch durch die Schauspieler sehr intensiv vermittelte Gefühlen, entsteht eine Geschichte mit viel Interpretationsspielraum für den Betrachter, über den Verlust einer Mutter und die Angst und Unmöglichkeit der Tochter, wieder nach Hause zurückzukehren.

Hungrig von moderner Kunst holen wir uns ganz bodenständige Crêpes auf dem Hauptplatz und futtern die genüsslich auf der Murinsel in der Sonne. Auf dem Rückweg ins Hotel werfen wir noch einen Blick in die Mariahilfer Kirche, bevor wir erneut ins "Bad zur Sonne" einfallen. Abends schlemmen wir in einem Steakhouse und holen uns nochmals etwas von dem leckeren Eis beim Italiener am Stadtpark, bevor wir ins Hotel zurückkehren und unsere Sachen für die Weiterfahrt nach Riegersburg am nächsten Morgen packen.

Foto: Mausoleum Foto: Grazer Brunnen Foto: Innenhof Landhaus Foto: Steirisches Wappentier

Picknick im Kürbisfeld - Montag, 20. September 2004

Nach dem Frühstück kaufen wir kurz noch ein paar Sachen ein, bevor wir uns noch die Dreifaltigkeitskirche anschauen und dabei eine Nonne mit Motorradhelm treffen. Mittags nehmen wir dann den Zug nach Feldbach, und stellen dort fest, dass es den Anschluss-Bus nach Riegersburg nicht gibt. Oder er zu früh abgefahren ist. Oder wir ihn nicht gefunden haben. Nach vergeblichem Warten nehmen wir schliesslich ein Taxi nach Riegersburg.

In der Pension Wagner bekommen wir das "rosa Zimmer" - Lampenschirme, Gardinen, Bettwäsche, alles ist rosa-weiss-kariert. Zudem ist leicht feucht, und es riecht penetrant nach Reinigungsmitteln, aber für zwei Tage wird es sich aushalten lassen. Wir laden unsere Sachen ab und leihen uns von unserer Vermieterin zwei Fahrräder. Die Fahrt geht nur kurz durch den Ort, wir stellen aber ganz schnell fest, dass es hier wirklich ganz furchtbar steil ist... Ich mache noch einen Abstecher zum Seebad, das herrlich aussieht, aber leider schon Winterpause hat, dann kapituliere auch ich und wir bringen die Fahrräder zur Pension zurück und laufen dann zu Fuss durch den kleinen Ort. Ein kleines Stück wandern wir auch noch zur Burg hinauf, schon von hier aus wunderbare Aussicht. Dann streike ich endgültig, wir kaufen im Supermarkt ein und halten dann ein gemütliches Picknick im Kürbis-Feld ab.

Später wandern wir dann von der Pension aus ein Stück die Strasse hinunter, und haben von hier aus einen wunderbaren Blick auf die Riegersburg in der Abendsonne. Nach Einbruch der Dunkelheit gibt es dann noch viele Sterne zum Schauen, allerdings dröhnt bis Mitternacht eine Mähmaschine auf einem benachbarten Feld - soviel zur Stille auf dem Land...

Wanderungen - Dienstag, 21. September 2004

Mittags kommt Stefan aus Wien angereist. Wir erwarten ihn zwar an der falschen Bushaltestelle, aber da die direkt vor dem Lasslhof, in dem wir unser Treffen abhalten werden, liegt, finden wir uns trotzdem. Wir nutzen das schöne Wetter und laufen die vier Buschenschenken der Umgebung ab, um eine für unsere Gruppe passende zu finden. Dabei kosten wir schon Holundersirup und Most, und finden einen schönen Wanderweg rund um die Burg. Hinauf auf die Riegersburg geht es dann auch noch, so dass wir anschliessend erschöpft und stärkungsbedürftig im Gasthof Fink einfallen. Dort gibt es steiermärkische Spezialitäten, Brot und Eiswaffeln, die extra bezahlt werden müssen und kein Kürbis-Eis mehr, bevor wir gesättigt in unserer Pension auf den Wetterbericht für die nächsten Tage warten und uns noch ein wenig müde plaudern.

Foto: Riegersburg Foto: Riegersburg Foto: Riegersburg Foto: Riegersburg

Steirische Burgfrauen - Mittwoch, 22. September 2004

Heute kommen die meisten anderen Teilnehmer - mit den ersten, die eintreffen, räumen wir zuerst den doch recht chaotischen Rittersaal für unser Treffen auf und rücken die Tische und Stühle zurecht. Danach wandern wir hoch zur Burg und gehen das Burgmuseum anschauen, mit Geschichten von Folterungen, Hexen und bösen(tm) Burgherrinnen. Die Frau in der Tourist-Information ist dafür umso freundlicher und versorgt uns mit Tips für die nächsten Tage. Ein paar Einkäufe sind noch zu erledigen, und so langsam sind dann alle Teilnehmer da, so dass wir uns im Lasslhof mit Abendessen versorgen. Wirklich lecker ist es nicht und alles andere als ein kulinarisches Highlight, wie uns die steirische Küche versprochen wurde, aber satt werden immerhin alle.

Nach dem Essen hat es mich dann quer durch den Ort gezogen - Bewegung und frische Luft war nötig. Schade, dass der wunderschöne Badesee unten im Ort schon die Saison beendet hat... Dafür schimmerte der Mond sehr hübsch durch die Nachtwolken hindurch. Mit den ganzen Hexengeschichten aus dem Burgmuseum noch im Ohr ist so ein Nachtspaziergang dann irgendwie auch ganz schön gruselig... Der Abend klingt dann gemütlich im Rittersaal aus - mit alten Partylogs, viel Holunderblütensirup, Kerzenschein und begleitet von STS.

Luftige Höhen - Donnerstag, 23. September 2004

Unglaublich, aber wahr - Taxi und ich waren mit als erste wach und unterwegs. Der Zusammenhang mit der Hauptverkehrsstrasse, die gefühlt direkt durch unser Zimmer führte, ist dabei sehr direkt... Immerhin haben wir so Riegersburg nebelverhangen erlebt, auch wenn für richtig schöne Fotos zuviele Häuser und Stromleitungen herumstehen. Beim Frühstück gab es dann den nächsten Schock - Nutella gibt es nur für Komfort-Zimmer-Bewohner. Bei unseren leidenden Blicken hat sich die Gastwirtin aber erbarmt und aus dem Supermarkt noch welches herbeigeschleppt. Auch die Versorgung mit heissem Wasser für Tee und genug Brötchen für alle gestaltete sich ein wenig schwierig, aber trotzdem haben wir das Frühstück dann noch gut hinter uns gebracht.

Danach ging es zum Hochseilgarten, in luftiger Höhe umherklettern. Uff. Gruseliger als gedacht, und wenn man den Seilen nicht traut, schafft man nur die harmloseren Elemente. Aber nett war es trotzdem, auch wenn ich in Zukunft weiterhin eher mit den Füssen auf dem Boden bleiben werde :). Auf die Frage, ob sich alle so dusselig wie wir anstellen, hat der Kletter-Chef dann die Aussage verweigert... Und ziemlich verblüfft geguckt, als am Ende kurzerhand die Foto-Ausrüstung eines Teilnehmers heraufgeseilt wurde :). Ordentlich heiss war es dann auch, trotz anderer Wettervorhersage hatten wir strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel, so dass wir von oben auch noch eine schöne Aussicht geniessen konnten.

Beim Flirten mit Frau der Tourist-Information anschliessend stellte sich dann heraus, dass der wunderschöne Badesee, um den wir seit zwei Tagen mit grossen Augen herumschleichen, doch nicht vollständig geschlossen ist, sondern man über die angeschlossene Pizzeria hineingelangt. Daraufhin haben einige Teilnehmer und auch ich die Badesachen gepackt und uns in die kühlen Fluten gestürzt. Das Wasser war herrlich, wenn auch etwas sehr kühl, der Blick auf die Burg sowieso klasse und sogar die Sonne hat sich ab und zu noch blicken lassen.

Auf dem Rückweg plaudern wir noch ein wenig mit dem Wirt und werfen einen Blick in die Speisekarten. Dabei stellen wir fest, dass es hier alles andere als nur Pizza gibt und überzeugen unseren Chef-Organisator davon, dass es eine gute Idee ist, dort abends essen zu gehen. Das klappt dann auch ganz wunderbar - wir haben einen Teil des Restaurants für uns, das Essen ist lecker und die Kellnerinnen flink und ausgesprochen freundlich. Nach einem weiteren Spaziergang durch den Ort fallen mir dann so langsam die Augen zu, das frühe Aufstehen rächt sich. Zumindest die Vorführung der Hochseilfotos habe ich noch mitbekommen - tolle Ansichten von unserer Kletterei :). Und eine der anderen Teilnehmerinnen hat mir extra einen alkoholfreien Cocktail mit viel Liebe und Deko gebaut, *mjammschlürf* :).

Foto: Hagebutten Foto: Wald Foto: Kürbisse Foto: Kürbiserne

Dampfbäder in Salzwasser - Freitag, 24. September 2004

Heute regnet es wie angekündigt, und so nutzt ein Teil von uns die Gelegenheit, Slowenien zu besuchen, während sich der Rest in die Therme von Bad Gleichenberg aufmacht. Dort ist das Wasser entsetzlich warm und salzig, aber auch bei 30 Grad Wassertemperatur kann man noch seine Bahnen ziehen *freudig auf- und abhüpf*. Das Aussenbecken mit dem Dampf in halbwegs schöner Parklandschaft war auch nett, wenn auch noch heisser. Und während die anderen noch in der Sauna rumgebruzzelt sind, habe ich mich erst genüsslich einer ausgiebigen heissen Dusche hingegeben, mich dann in einen flauschigen Bademantel gekuschelt und ein paar Seiten in meinem Buch weitergeschmökert, während in der Therme gerade Wassergumminastik stattfand. Lustiges Auf- und Abgehüpfe, das :).

Zurück in Riegersburg wollen wir eigentlich in eine Buschenschenke, aber die in der Umgebung sind, da Wochenende und kulinarischer Herbst, schon restlos ausgebucht. Also stürzen wir uns erneut in das Seerestaurant und schlemmen in steirischen Köstlichkeiten, bevor der Abend wieder gemütlich im Rittersaal ausklingt.

Foto: Badesee Foto: Schafbrunnen Foto: Umgebung

Willkommen im Schokohimmel - Samstag, 25. September 2004

Heute ist der eigentlich Anlass des Treffens - wir wandern durch den Wald hoch nach Bergl und besichtigen die Schokoladenmanufaktur Zotter. Mit grossen Augen wird von uns die Verkostung betrachtet. Dort fahren kleine Schokoladenkistchen mit den verschiedenen Sorten ein Transportband entlang, und jeder nimmt sich einfach ein Stückchen zum Probieren. So gestärkt und vorbereitet machen wir uns auf zur Besichtigungstour, und werden vom Chef persönlich und mit viel Begeisterung in einige Geheimnisse seiner Schokoladen eingeweiht.

Auf dem Rückweg zum Lasslhof machen wir noch einen Abstecher zu anderen Attraktionen des kulinarischen Herbstes, und schauen, nein, erriechen das Duftikum. Leider nimmt meine Nase mir das ziemlich über und beschliesst, auch der unter den Teilnehmern grassierenden Erkältung zu verfallen, *hatschii*.

Zurück im Lasslhof wird dann alles für das traditionelle Grillen am letzten Abend aufgebaut. Eine grosse Überraschung gibt es beim Abholen des Fleisches in der Küche - statt es einfach zu kühlen, haben die Köche es gleich für uns gegrillt... Nach dem ersten Entsetzen stellt es sich als gar nicht so unpraktisch heraus, weil wir es so nur noch kurz auf dem Feuer bruzzeln müssen, statt lange zu warten. Und trotz Kälte und Dunkelheit versammeln sich alle rund um die beiden Grille und futtern gemütlich bei Kerzenschein :).

Beim schon gewohnten Nachtspaziergang waren da auf einmal noch ganz viele, die mitwollten, und so haben wir einhakenderweise die schmalen Strassen von Riegersburg durchschlendert. Ziel war der Friedhof, den ich auf den letzten Abendspaziergängen so ganz alleine doch gemieden habe. Von oben von der Burg herunter gesehen war er einfach nur bunt, von unten und bei Nacht war er von einigen Kerzen beleuchtet, von alten Mauern umgeben und überhaupt nicht gruselig, sondern wunderschön. Als wir uns dann umgedreht haben, sind wir noch mit einem Blick auf die beleuchtete Burg belohnt worden, die über dem Friedhof stolz auf ihrem Felsen thront. Auf dem Rückweg gab es noch einen Abstecher zum Spielplatz mit Wippe und Schaukeln. Schön war es :).

Foto: dtr-Pause Foto: Schokolade Foto: Schoko-Opfer

Abschiedsknuddeln - Sonntag, 26. September 2004

Schon vor dem Frühstück beginnt das grosse Abschiedsknuddeln - das Treffen ist leider schon vorbei. Wir wandern mit den wenigen verblieben Teilnehmern nochmals zur Burg hinauf und kaufen noch ein wenig Honig und Schokolade im Hexenladen ein. Mit dem Taxi geht es dann mit den letzten beiden Teilnehmern nach Feldbach und weiter mit dem Zug nach Graz. Wir packen unser Gepäck ins Schliessfach, laufen nochmals durch die Altstadt und finden ein gemütliches Restaurant, in dem wir uns für die Nachtzug-Fahrt stärken und mit viel Suppe etwas gegen meine Erkältung unternehmen. Anschliessend fahren wir nochmals auf den Schlossberg und nehmen dafür, weil wir kein Kleingeld mehr für die Automaten des Liftes hatten, die Schlossbergbahn. Der abendliche Blick auf Graz ist auch diesmal schön, wir nehmen dann aber, weil mein Erkältung schlimmer wird, recht schnell den Lift wieder herunter, fahren zurück zum Bahnhof und dann ohne die grösser Probleme gemütlich in die Schweiz zurück.